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So bekommst du jeden Job: die Quintessenz aus 500 Jobinterviews

Muss ich denn gleich alles hinschmeißen um meinem Hamsterrad zu entkommen?

Diese Frage stellen sich viele, die in ihrem vom Schmerz erfüllten Angestelltenjob festhängen. Quasi die „Alles oder Nichts“ Frage.

Aber es muss nicht immer gleich der Full-Stop sein.

In den meisten Fällen reicht schon ein Tapetenwechsel aus, um einen neuen Sinn zu stiften und das Leben wieder klarer genießen zu können.

Ich treffe oft auf Menschen, die seit Jahrzehnten in ihren Jobs festhängen und bei dem Thema Bewerbung und Bewerbungsgespräch eher sechseckige Schweißperlen auf die Stirn bekommen, als dass sie souverän mit der Bewerbungsherausforderung umgehen.

Für viele sieht die Vorbereitung auf das Gespräch so aus, dass sie ausgeschlafen, frisch und pünktlich zum Termin erscheinen und hier und da ein wenig "googeln" um Informationen zum neuen potentiellen Arbeitgeber zu bekommen. Die Stellenausschreibung nochmal schnell quer gelesen und den Lebenslauf in zwei Sprachen auswendig gelernt. Prima!

Und wenn du das bisher so gemacht hast und den Job dann bekommen hast, war das eher Glück als Können oder eher Sympathie für deine Person!

In den letzten 20 Jahren habe ich mehr als 500 Bewerbungsgespräche geführt. Von der Verkaufsaushilfe bis zum Senior Manager habe ich dabei alles vor mir sitzen gehabt und kann dir daher meine Quintessenz dessen mitgeben, worauf es wirklich ankommt und wie die andere Seite tickt, damit du einen Vorteil aus dem Gespräch ziehen kannst.

Wir beginnen mit 3 Fakten die du als „big picture“ verstehen solltest:

 

Fakt #1: Persönlichkeit gewinnt

 

Es sind nicht nur die ersten Sekunden, aber bereits ab Sekunde 1 spielt es eine sehr große Rolle mit welche Persönlichkeit und mit welcher Ausstrahlung der Bewerber wirkt.

Es liegt in der Natur der Sache, dass wir positiv wirkenden Menschen einfach mehr Erfolge zutrauen als den ruhigen und zurückhaltenden Kandidaten. Und Erfolge schaffen Vertrauen!

Angefangen vom Stil der Kleidung über ein gepflegtes äußeres Erscheinungsbild bis hin zum Händedruck: alles Kleinigkeiten, aber bereits Unterstützer oder Widersacher in deinem Bewerbungsprozess.

 

Fakt #2: Charakter gewinnt

 

Eine gesunde Nervosität darf zu Beginn ruhig da sein. Für mich ist das immer ein Zeichen, dass der Bewerber die Stelle auch wirklich will und es ihm wichtig ist, jetzt hier an Ort und Stelle zu performen.

Skeptisch werde ich eher, wenn der Bewerber vor Lässigkeit nur so scheint. Meine Erfahrung zeigte mir oft, dass genau diese Bewerber eher nur kurz bei mir angestellt waren, da auch ihre Arbeitsqualität anschließend mehr Schein als Sein war.

Aber anfängliche Nervosität darf sich gerne mit einem gesunden Selbstbewusstsein abwechseln.

Es darf ruhig ein gesunder Humor vorhanden sein (aber nicht zu verwechseln mit Comedy). Die richtige Mischung macht es.

Tipp: Wie man selbst wirkt, kann man auch gut vor einer Kamera üben!

 

Fakt #3: Kompetenz ist wichtig, kommt aber nach Charakter

 

Es ist nicht Kompetenz und Charakter, sondern Charakter und Kompetenz. Genau in dieser Reihenfolge.

Ich denke das leuchtet auch jedem ein. Die beste Kompetenz nützt nichts, wenn der potentielle Stelleninhaber keinen Charakter hat.

Und das macht auch Sinn: Zusammenarbeit findet unter Menschen statt, nicht unter Maschinen.

Und neben den Basisqualifikationen, die jeder Bewerber schon aus der Stellenausschreibung auslesen kann, ist es doch ohnehin meistens so, dass spezielle Fähigkeiten erst nach dem Antritt der Stelle ausgebildet oder eingearbeitet werden.

Ich hatte noch nie einen Bewerber der die Systeme der einstellenden Firma schon vor Antritt der Stelle beherrschte. Deshalb kommt Kompetenz immer nach Charakter!

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Wie kann ich mich nun aber möglichst erfolgsversprechend auf die Stelle vorbereiten?

Tipp #1: Willst du diesen Job wirklich?

 

Frage dich bereits bevor du dich bewirbst, welchen Job du eigentlich haben möchtest.

Gerade für Menschen die sich momentan im Hamsterrad gefangen fühlen, ist es enorm wichtig diese Frage zu klären. Ansonsten ist die Gefahr viel zu groß, dass du einfach nur in ein anderes Hamsterrad umsteigst. Nicht sofort, aber der Moment wird kommen.

Vermeide daher die drohende Endlosschleife und setze dich damit auseinander was du wirklich willst. Wie sollen deine Arbeitszeiten aussehen? Wie soll dein Arbeitsumfeld gestaltet sein? Willst du in einem Team arbeiten oder eher für dich allein?

Wenn du diese Fragen beantwortet hast, wirst du Klarheit haben über das was du willst und suchst. Erfüllt dann die Stellenausschreibung dein Anforderungsprofil gehst du mit einer ganz anderen Motivation in das Gespräch.

Und Motivation ist Energie die sich im besten Falle überträgt.

 

Tipp #2: Welches Problem löst du?

 

Reflektiere und frage dich ernsthaft welches Problem du für das Unternehmen löst, wenn sie dich einstellen.

Damit meine ich nicht das du die offene Stelle besetzt!

Sondern mit welchen Skills kannst du auftrumpfen? Welchen Mehrwert kannst du der Firma bieten? Was bringst du mit, was es in der Firma oder in dem Team noch gar nicht gibt? Was ist dein USP (Unique Selling Point), dein Alleinstellungsmerkmal? Was macht dich wertvoll und einzigartig?

Arbeite dafür Beispiele heraus, die du im Gespräch nutzen kannst.

Platziere sie geschickt um nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen!

 

Tipp #3: Akzeptiere, dass es ein Verkaufsgespräch ist

 

Vielleicht hast du schon bemerkt worauf ich dich am Ende von Tipp #2 vorbereiten wollte.

Akzeptiere das ein Bewerbungsgespräch ein Verkaufsgespräch ist. Und diesmal bist du der Verkäufer!

Du musst ein geschicktes Eigenmarketing anwenden um bei deinem Gesprächspartner förmlich die Lust zu entfachen, genau dir den Job zu geben.

Ich hatte mal ein beeindruckendes Eigenmarketing Erlebnis in einem Bewerbungsgespräch: der Bewerber hatte mir unaufgefordert ein Whitepaper mitgebracht, das kurz und knapp auf einer Seite zeigte, wie er in seinem letzten Job ein komplexes Problem gelöst hatte. Es war grafisch sehr ansprechend aufgearbeitet und konnte von mir innerhalb von 30 Sekunden mit seinem Kommentaren komplett erfasst und verstanden werden.

Einen besseren „Proof of Competence“ habe ich nie wieder gesehen.

Aber Vorsicht: das was dieser Bewerber tat war die Königsdisziplin und war einstudiert. Der hatte das vorher schon sicher hundertmal geübt. Hat man diese Technik drauf, kann sie Türen weit öffnen. Hat man sie nicht drauf, kann die Tür immer verschlossen bleiben.

 

Tipp #4: Gesprächspartner Recherche

 

Einer der wichtigsten Tipps ist allerdings die Gesprächspartner Recherche. Von den meisten Unternehmen bekommt man in der Regel vorher gesagt mit wem man das Gespräch führt, so dass man die Personen ausgiebig studieren kann. XING und LinkedIn sind dabei echte Goldgruben, aber auch Google News eignet sich hervorragend um etwas über die Gesprächspartner zu erfahren.

Sollte man die Namen der Gesprächspartner nicht kennen so empfehle ich die Vorbereitung auf Gespräche mit den folgenden drei Gruppen:

  • Teamleiter (Gesprächspartner wäre der direkte Vorgesetzte)
  • Personalleiter / Personalabteilung Mitarbeiter
  • Unbeteiligte Dritte Person (sonstige Randabteilungen mit nicht direktem Bezug)

Alle drei Gruppen interviewen unterschiedlich, da sie unterschiedliche Interessen verfolgen!

Der Teamleiter achtet im besonderen auf Charakter.

Er ist der Kopf der Abteilung und hat ein berechtigtes Interesse am Erhalt und Ausbau des Teamgefüges. Er will auf keinen Fall durch eine Neueinstellung Spannungen provozieren.

Ihn bekommt man über Persönlichkeit, Charakter und Motivation.

 

Der Personalleiter ist streng genommen ein Risk Manager.

Bereits vor der Einstellung denkt er schon an mögliche Exit Szenarien. Also an dein mögliches Ausscheiden! Sein Ziel ist es dich möglichst lange und zu möglichst niedrigsten Kosten im Unternehmen zu halten. Er reagiert allergisch auf kurze Stationen im Lebenslauf oder ungerade Austrittsdaten. Lücken im Lebenslauf möchte er detailliert hinterfragt wissen.

Ihn bekommt man mit Seriösität, Stetigkeit und langfristigen Visionen.

 

Unbeteiligte Dritte sind eigentlich die besten Interviewpartner. Sie tragen nicht die rosarote Brille des Teamleiters und sehen nicht alles so schwarz wie die Personaler.

Sie zeichnen sich durch Neutralität aus. Aber sie wollen überzeugt werden. Sie bekommt man vor allen Dingen mit Logik, Sachverstand und Kompetenz. Kompetenz ist für diese Gruppe enorm wichtig, da sie langfristig durch deine Einstellung keine Probleme in ihrem Bereich haben wollen.

Richtige Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg! Ein gewisses Restrisiko besteht allerdings immer.

Du kannst nicht in den Kopf des Anderen hineinschauen, aber du kannst dir ein Paket an Strategien bauen, quasi eine Art Baukasten mit dem du in die Bewerbungsschlacht ziehst.

 

In meinem Mentoring zeige ich dir genau wie du dich für deinen Traumjob vorbereitest.

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