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Alltagstrott ade: 5 Finanzgeheimnisse eines Aussteigers

In meinem heutigen Beitrag möchte ich über eins der wichtigsten Themen sprechen / schreiben, an denen über 80% der „Aussteige-Willigen“ scheitern: der Finanzplan!

Allein der Gedanke an einen Ausstieg wird oft mit enormen finanziellen Einbußen, dem Nagen am Hungertuch oder dem Verlieren von Haus und Hof gleichgesetzt.

Das wundert auch nicht: die Zielgruppe der Ausstiegswilligen Personen sind meist Top Verdiener aus guten Managementjobs, denen einfach die Fantasie fehlt das es finanziell auch anders geht, als jeden Tag einfach nur so weiterzumachen und den Monatsletzten herbeizusehen um die Gehaltszahlung als Schmerzensgeld in Empfang zu nehmen (welche dann in vielen Fällen mehr als üppig ist!)

Man müsste also meinen das gerade diese Personengruppe eigentlich über ein gutes Planungsgeschick verfügt und locker das 1 mal 1 der privaten Finanzplanung beherrscht. Dennoch hat mich der Fakt doch schon stark gewundert als ich mir die Statistik des Bankenverbands aus dem Jahr 2017 ansah: demzufolge verfügt nur jeder Zweite über einen regelmäßig gepflegten Finanzplan. Die andere Hälfte schaut sich diesen nur ab und zu oder nie an. Wow! Nur jeder Zweite!

Darum wundert es wahrscheinlich auch nicht warum so viele Menschen glauben man müsste mindestens eine Million Euro auf dem Konto haben um auszusteigen. Um gleich zu Beginn mit diesem Gerücht aufzuräumen: Nein! Du brauchst keine Millionen auf dem Konto um dein Leben anders zu gestalten!

Bevor wir tiefer in die Thematik einsteigen, müssen wir vorher noch die ein oder andere Begrifflichkeit klären: Aussteigen bedeutet nicht, nichts mehr zu tun! Wir reden also hier nicht von Rente und dem langweiligen dahinfristen. Freiheitsentdecker sind Aussteiger, die ihr Leben selbst bestimmen wollen. Sie sind bestimmt keine Faulpelze die einfach ein schattiges Plätzchen im warmen Süden suchen.

Das bedeutet somit also auch, dass wir weiterhin von Einkünften ausgehen. Die Frage ist nur welche Art von Einkünften dies sein wird. Es können nach wie vor Einkünfte aus einem Job sein, aus einer selbständigen oder freiberuflichen Arbeit oder aus Beteiligungen. Wie auch immer: hier gibt es keine Grenzen. Die Kernfrage in diesem Zusammenhang ist immer: wie definiert der Aussteiger was er zukünftig machen will?

Wie gelingt aber erst einmal der erste Schritt? Wie gelingt es seine Finanzen so zu organisieren, dass ein Ausstieg nicht als großes Risiko oder Wagnis empfunden wird?

Es ist ein Fakt der an dieser Stelle unbedingt akzeptiert werden muss: ohne einen ausgereiften, detaillierten Finanzplan wird der Ausstieg nicht gelingen. Ohne, wäre Blindflug. 

Denk an all die Firmengründungen: jeder Business Plan muss einen aussagekräftigen Finanzplan enthalten um ein Konzept als tragfähig zu beurteilen oder nicht. Genauso ist es auch beim persönlichen Ausstieg.

Ich stelle dir im Folgenden 5 Tipps einer vernünftigen Finanzplanung vor die du unbedingt auch für dich umsetzen solltest, wenn du ernsthaft ein Interesse am Ausstieg hast.

(Aber auch wenn du nicht aussteigen willst, lohnt sich ein Finanzplan immer!)

1. Schaffe dir einen Komplettüberblick

Übersicht ist alles! 

Ein guter Finanzplan zeigt dir nicht nur Einnahmen und Ausgaben sondern er hilft dir auch zu verstehen. Deshalb ist ein solider Finanzplan immer vom Großen ins Kleine aufgebaut. Das heißt du siehst auf einen Blick das „big-picture“: Einnahmen, Ausgaben, Überschuss, Sparrate und -quote, eventuell vorhandene Depotentwicklungen und deine Verbindlichkeiten.

Wenn du das bereits hast, bist du schon viel weiter als die meisten Anderen!

Zusätzlich solltest du aber in der Lage sein auch deine Finanzen zu verstehen. Du wirst also nie wirklich wichtige Finanzentscheidungen fällen können, wenn du nicht bis ins Detail gehen kannst.

In meinem Finanzplan sehe ich sehr genau wie sich meine Einnahmen und Ausgaben zusammensetzen. Ich sehe auf einen Blick wie groß der prozentuale Anteil meiner Einnahmen durch Arbeitnehmereinkünften, Unternehmertum, Zinsen, Dividenden oder Beteiligungen ist. Ich weiß genau wie groß meine Passivquote ist. Die Passivquote ist deshalb so wichtig, weil sie dir klar zeigt wie viel Geld du ohne eigenen Einsatz an Zeit generierst.

Noch ein Beispiel: neben der Einnahmenseite ist auch die Ausgabenseite enorm wichtig. Sie entscheidet maßgeblich darüber was am Ende des Monats auf deinem Konto bleibt. Hier lohnt sich das Detail noch viel mehr. Du solltest in der Lage sein, Fixkosten und variable Kosten separat zu analysieren. Auch solltest du deine Ausgaben zu einem gewissen Maße kategorisiert haben um genau zu sehen in welchem Lebensbereich dein Geld verschwindet.

Du siehst also: Übersicht ist alles! Nur wenn du genau weißt was mit deinem Geld passiert, kannst du auch erfolgsversprechende Maßnahmen treffen!

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2. Mit Budgets limitierst du deine laufenden Ausgaben

Nachdem ich meinen Finanzplan bereits einige Jahre akribisch gepflegt hatte viel mir auf das es immer wieder doch sehr schwankende Kostenposten gab. Dies waren beispielsweise Bargeldausgaben, Lebensmittel, Kleidungsstücke oder das Hobby. Also alles variable Kosten. Die Ausreißer in deren Höhe nervten mich jedoch zusehends.

Ich konnte mit diesen Kostenblöcken einfach nicht vernünftig planen.

Waren es in einem Monat mal zirka 100 Euro, schlugen darauf in dem Monat gleich 400 Euro zu Buche. Danach vielleicht nur 250 Euro. Bei solchen Schwankungen in gleich mehreren Bereichen kannst du dir vorstellen das eine solide Planung kaum möglich war.

Hatte ich davor in dem Monat noch einen Überschuss errechnet, war dieses aufgrund der Schwankungen dann auf einmal weg. Mein Sparplan für diesen Monat war obsolet.

Erst als ich mir mit meiner Frau vornahm diese großen Ausgabenblöcke zu limitieren, zu budgetieren kam eine deutliche höhere Konstanz in unseren Plan.

Fang also am besten sofort damit an deine Kosten zu beschränken und arbeite in deinen größten Ausgabenfeldern mit Budgets!

3. Forecasting deines Finanzplan

Als ich irgendwann mal merkte, dass das reine niederschreiben meines Ausgabenverhaltens am Ende des Monats nur bedingt Sinn machte, bemerkte ich folgendes: in dem einen Monat blieb mehr übrig als das in anderen Monaten der Fall war. Das Ausgabeverhalten der laufenden Kosten war zwar relativ stabil geblieben und auch die Einnahmen waren vergleichbar.

Woran lag es also?

Was ich planerisch nicht auf dem Schirm hatte war die Tatsache das einige Beiträge und Gebühren (beispielsweise für Versicherungen) monatlich, andere quartalsweise, andere wiederum halbjährlich oder jährlich abgebucht worden.

Auch wenn das keine bahnbrechende neue Erkenntnis ist, denn eigentlich wusste ich das ja, wollte ich dennoch damit arbeiten.

Also recherchierte ich meine kompletten Kontoauszüge der letzten 12 Monate und pflegte den genauen Zeitpunkt bereits pro aktiv in meinen Plan ein.

Ein völlig neues Bild entstand!

Aus meinem Haushaltsbuch (niederschreiben was gewesen ist!) wurde ein detaillierter Finanzplan (Vorplanung was sein wird!) mit dem ich in der Lage war größere anstehende Zahlung bereits im Voraus zu sehen.

Das brachte mein monatliches Finanzergebnis auf ein ganz neues Level.

Ich rate dir genau darüber im Bilde zu sein, wann etwas von deinem Konto abgezogen wird um weniger Überraschungen auf deiner Ausgabenseite zu erleben.

4. Sparen planen

Mit den beiden oben genannten Tipps, nämlich dem Budgetieren und Forecasting deiner Ausgaben wird nun eines möglich:

Du bist nun in der Lage genau abzulesen, was in welchem Monat dein Überschuss sein wird.

Mit diesem Wissen bist du nun in der Lage deine Sparrate zu planen.

Ich habe mein Sparverhalten beispielsweise so aufgeteilt, dass ich sehr lange einen Großteil meines Überschusses zum Tilgen von Verbindlichkeiten aufgewandt habe. Wenn du eventuell noch eine ältere Baufinanzierung bedienst mit sagen wir mal 6%, so macht es Sinn einen Großteil dafür zu verwenden. Gesparte Sollzinsen sind dabei genauso wertvoll wie erhaltene Zinsen oder Dividenden.

Dein erstes Ziel sollte also sein, keinerlei Verbindlichkeiten mehr offen zu haben.

Nebenbei empfehle ich dir aber bereits früh über das gezielte investieren nachzudenken. Dies kann sehr vielfältig geschehen. Der eine favorisiert eher sichere Anlagen, der andere kann es auch vertragen etwas höheres Risiko einzugehen.

5. Langer Atem führt zum Erfolg

Das Erfolgsgeheimnis Nummer eins vieler erfolgreicher Menschen ist es einen sehr langen Atem zu haben. Und das stimmt im speziellen auch für den Finanzplan.

Ich habe es mir angewöhnt in meinem Finanzplan immer mindestens 10 Jahre in die Zukunft zu planen. Sicherlich kann man über die Genauigkeit streiten, aber je länger ich das tue, desto weniger Überraschungen erlebe ich.

Ich weiß beispielsweise genau wann ich ein neues Auto brauche und kann die Kosten hierfür vorab einplanen. Ich reserviere mir jedes Jahr einen gewissen Betrag um fällige Modernisierungen an Haus und Hof durchzuführen. Dies sind nur zwei Beispiele die von ihrer Tragweise jeden Finanzplan ins Wanken bringen können. Von daher: plan diese Kosten ein! Sie werden kommen! Bestimmt!

Mit diesen Tipps solltest du bestens ausgestattet sein deinen persönlichen Plan anzufertigen. Wenn dich das Thema Finanzplanung im Detail noch mehr interessiert, so kannst du auch gern hier mein kostenloses Finanzwhitepaper herunterladen. Damit erhältst du eine noch detailliertere Anleitung zur Vorgehensweise der obengenannten Punkte.

Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt. Vielleicht hast auch du noch einen super Tipp was in einer Finanzplanung nicht fehlen darf.

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